Reisen in ferne und exotische Laender bringen Abwechslung, Abenteuer
und die Begegnung mit Menschen anderer Kulturkreise mit sich. Nie
war dies so einfach und preiswert wie heutzutage, der moderne
Tourismus hat hierbei bahnbrechenden Anteil. Bei Sonne, Strand,
Hotelleben und Ausfluegen zu "Land und Leuten" werden auch menschliche
Kontakte geknuepft. Gelegentlich werden diese Kontakte nach dem
Urlaub weitergepflegt und vertieft. Die daraus entstehenden
Beziehungen gehoeren zum Erscheinungsbild einer multikulturellen
Gesellschaft; individuell gesehen, vermitteln sie den Beteiligten
aeussert lehrreiche und interessante Einblicke in die Erlebniswelt
anderer Menschen. Die binationalen Freundschaften und Ehen sind
so vielfaeltig und unterschiedlich wie die Zahl der beteiligten Nationalitaeten, Kulturen, Religionen
und Sprachen.
Aus naheliegendem, persoenlichem Grund kann hier nur die
dominikanisch-europaeische (und hier insbesondere im deutschen
Sprachraum verankerte) Beziehung betrachtet werden.
Sankies gibt es weltweit; freilich heissen sie in anderen Laendern
anders.
In der Dominikanischen Republik versteht man darunter im allgemeinen
Sexarbeiter, die sich an Straenden und anderen Orten der Urlauberszene
Kunden beiderlei Geschlechts naehern.
Bei Maennern nimmt der Sankie
ueberwiegend die Rolle des aktiven Partners an, bei weiblichen
Kunden mimt er den idealen Liebhaber.
Grundsaetzlich findet man die
Sankies in den Animationsteams der All-Inclusive-Hotels, dort sind
sie fuer die Unterhaltung der Urlauber zustaendig. Auch in anderen
Bereichen des Tourismus sind Sankies anzutreffen: Strandverkaeufer,
Ausflugsbegleiter, Kellner, Strandpfleger, Taxi- und Conchofahrer,
Liegematratzenverteiler, usw., usf.
Streng genommen sind Sankies
keine Prostituierte, da sie nicht direkt sexuelle Dienstleistungen
verkaufen. Vielmehr versuchen sie, eine gefuehlsmaessige Bindung
herzustellen, die auch nach der Heimkehr des "Partners" weitergepflegt
werden soll. Aus der emotionalen Bindung wird sodann versucht,
geldwerte Vorteile zu erlangen. Dies geschieht haeufig durch
anruehrende Schilderungen von Problemsituationen und Hilfsappelle,
da Angehoerige "erkranken", Schulden dringend und unheilabwehrend
getilgt werden muessen, usw. Das letztendliche Ziel des erfolgreichen
Sankie ist, einen Besuch oder einen Aufenhaltstitel im Ausland zu
erwirken.
Am Ende dieses Feldzugs steht fast immer die Rueckkehr
ins Heimatland, die Verbindung mit einer Partnerin der eigenen Wahl
oder der Daueraufenthalt im Gastland mit den Vorteilen des dortigen
hoeheren Lebensstandards und den Annehmlichkeiten des Sozialsystems.
Folglich sind Sankies eine Mischung aus "Liebeskasperln",
Heiratsschwindlern, Wirtschaftsfluechtlingen, Betruegern und sexuellen
Dienstleistern, die Traeume voruebergehend wahr werden lassen koennen.
Die Opfer der Sankies sind haeufig aelter als diese, weniger
gutaussehend und im Herkunftsland nicht erfolgreich beim anderen
Geschlecht. Sie nehmen zunaechst nicht wahr oder blauaeugig in
Kauf, dass der intellektuelle und kulturelle Unterschied auf Dauer
unueberwindbar ist und verwechseln die koerperliche Anziehung mit
echter Zuneigung. Urlaubserlebnis und idealisierte Sehnsuechte
erzeugen einen hormonellen Traumzustand, der nach dem Urlaub durch
Telephonate, Emails und 'Messenger'-Kontakte truegerisch aufrechterhalten werden soll.
Sankies
froenen der Promiskuitaet und sind ihrer Latino-Macho-Kultur fest
verhaftet. Dies beinhaltet auch, dass sie in eheaehnlichen Verhaeltnissen leben, Kinder
haben und die daraus entstehenden Verantwortlichkeiten wenig ernst nehmen.
Gerne zeigen sie ihre 'cédula' (Personalausweis), die sie als ledig
ausgibt.
Sankies zaehlen zur Risikogruppe der HIV-Uebertraeger,
gleichwohl wird der Gebrauch von Kondomen verschmaeht und den
Partnern regelmaessig ausgeredet, dass dies noetig sei.
Die etymologische Erklaerung ist unsicher.
Haeufig wird das englische
"hanky-panky" (Mauscheleien, Tricks; Techtelmechtel; Gefummel,
Knutscherei, schneller Sex) als Ursprung angefuehrt. Nicht ueberall
wird das Wort Sankie verstanden, in Touristenorten jedoch schon.
Eine Verb ("sankipankiar"), das das typische Verhalten beschreibt,
wird zuweilen verwendet.
So Benannte weisen die Bezeichnung mitunter
weit von sich und empfinden sie als (milde) beleidigend, andere
sind veraergert, weil der Sprecher offenkundig Bescheid weiss,
andere sind stolz, so angesprochen zu werden, da es einen im
Liebeswerben Erfolgreichen benennt.
Es lohnt sich, in verschiedenen Foren das Wort als Suchbegriff zu verwenden und so weitere Bedeutungsfelder zu erschliessen.
Sankies kommen ueberall dort vor, wo Touristen hinkommen.
Uebliche Beschaeftigungsgruppen sind: Animateure, Kellner, Barkeeper,
Rezeptionisten, Handtuch- und Liegenverwalter, Taenzer, Pferdeburschen,
Strandpfleger, Fremdenfuehrer, POLITUR (Tourismuspolizei)-Angehoerige,
Disco-Angestellte, Souvenirverkaeufer, usw., usf.
Den Gelegenheitssankie
findet man freilich auch anderswo. Er kann als "serioeser" Arbeitnehmer
oder Familienvater die Chance seines Lebens wittern und hat gerade
durch eine biedere Tarnung erstaunliche Erfolgsraten (hauptsaechlich
bei der eigenen Visumsbeschaffung).
Eine grosse Anzahl der Erzsankies findet sich jedoch in Touristenorten
und deutlich konzentriert in den AI-Resorts.
Das Phaenomen ist
weltweit in mehr oder weniger starker Auspraegung zu finden. Die
Dominikanische Republik darf aber sicherlich als Schwerpunktland gelten,
da mittlerweile gewisse Frauen die Dienstleistungen der Sankies
nachhaltig und gezielt nachfragen. Die Armut der hiesigen Rekrutierungsschicht
ist fuer das Entstehen des Unwesens mitverantwortlich, aber nicht
ausschliesslich.
Sankies sind ueberwiegend gutaussehend (Einstellungskriterium bei
Animateuren), fast immer besser gekleidet und erscheinen gepflegt.
Sie tragen haeufig den so typischen "Latino-Gockel-Schmuck"
(Katzengoldkettchen in mehreren Lagen, Ringe, protzige Uhren, Schuhe
und andere Kleidungsstuecke mit auffallend sichtbaren Markenemblemen,
usw., usf.)
Jungsankies achten auf eine gringaanlockende Haartracht.
Lockenzoepfe (Dreadlocks), gebleichte Haare oder struwwelpeterartige
Haartuerme werden von manchen Frauen als Exotenlook geschaetzt.
Sankies haben fast immer krauses Haar; glatthaarige Sankies sind
aeusserst selten.
Sankies besitzen immer ein Handy (der oberen
Preisklasse; haeufig eine "Opfergabe"). Dieses wird hauptsaechlich
zum Empfang von Telefonaten benuetzt und gerne sehr sichtbar getragen.
Haeufige und laengere Anrufe eines Sankies ins Ausland deuten immer
auf gesponserte Telefonkosten hin, deren Bezahlung von mehreren
Mitbewerberinnen um die Sankiegunst unwissentlich nicht selten gemeinschaftlich getragen
werden. Eingehende Telefonate werden (als prahlende Kundgebung
fuer etwaige Anwesende) bevorzugt sehr laut gefuehrt. Sankie-Handys
werden ungewoehnlich haeufig "gestohlen", so dass die
kommunikationsgierigen Gringas von Zeit zu Zeit Ersatz beschaffen
muessen.
Sankies sind lustige, gesellige Burschen und haben ein sonniges
Gemuet, berufsbedingt sozusagen. Die Hotelmanager waehlen gerne
kommunikative Typen aus, die nicht schuechtern sein duerfen, eben
echte "Draufgaenger" (im wahrsten Sinne des Wortes ).
Ihre
Unbekuemmertheit knuepft in vieler Hinsicht an die Erwartungshaltungen
der Urlauberinnen an. Sankies wissen sehr gut, was von der Zielgruppe gerne gehoert
wird und luegen demgemaess das Blaue vom Himmel und beschwoeren
schamlos und unbekuemmert jede Einzelheit.
Jegliches Verantwortungsbewusstsein wird
charmant und grosszuegig weggegrinst. ("No hay problemas.")
Solange
der Sankie zielorientiert agiert, ist er liebenswuerdig und beweist
grosses Einfuehlungsvermoegen in die Sehnsuechte der Opfer. Nach
Erreichen des gesteckten Ziels sind abrupte Verhaltensaenderungen
nicht selten. Auch eindeutiges und nachhaltiges Abweisen koennen
unvermutet zu boshaftem und aggressivem Verhalten fuehren. Ein
ploetzliches Desinteresse nach einem Liebesakt ist zwar fuer eine
verliebte Urlauberin wenig schmeichelhaft, aber dennoch ein relativ
geringes Uebel (wenn keine Geschlechtskrankheit oder gar HIV
uebertragen wurde).
Deutlich unguenstiger koennen charakterliche
Offenbarungen ausfallen, wenn die Gringa erneut zu Besuch im
vermeintlichen Paradies weilt (womoeglich noch unangemeldet...) und
tiefere Einblicke ins Alltagsleben des Schatzis erhaelt. Aber auch
hier kann ein als unertraeglich erlebter Macho noch durch eine schnelle
Heimreise der ernuechternden Gringa seine Schrecken verlieren.
Problematisch kann allerdings eine spaetere Trennung in Europa ausfallen,
insbesondere dann, wenn die Gringa die Initiative ergreift. Da die
Streitkultur des Sankies rasch ziemlich niveaulos werden kann,
muss mit Drohungen, Handgreiflichkeiten, Nachstellungen ("Stalking") und Telefonterror
gerechnet werden.
Merke: Ein in die Krise geratener Latino-Macho
wird unberechenbar, skrupellos und verfaellt stets in seine
herkunftsueblichen Verhaltensweisen. Dies kann fuer eine feinnervige,
gefuehlsbetonte Gringa zum Langzeittrauma werden.
(Hartgesottene Schlampen haben es da freilich wesentlich einfacher, sie wenden sich unverzueglich
dem naechstbesten "Farbigen" zu.)
Beim typischen Sankie herrscht ein kindliches Gemuet bis ins
mittlere Alter vor und erfaehrt auch keine Selbstzweifel.
Der Latino gleicht charakterliche Defizite machogerecht aus, indem er
sich intelligenten und selbstsicheren Frauen grundsaetzlich entzieht und
egostaerkend weniger schlauen Maedchen zuwendet.
Richtig erwachsen
wird der Liebeskasper dadurch eigentlich nie, eine charakterliche Reifung bleibt aus.
Anforderungsbedingt entstammt der Sankie mehrheitlich der Altersgruppe
der Heranwachsenden und der jungen Maenner bis 25.
Bei Altersangaben neigen
Sankies fallbedingt zu falschen Daten.
Der Jung-oder
Nachwuchssankie ist 17 bis 22 Jahre alt. Der Altsankie verlaesst
die Hierarchie meist um Mitte Dreissig. Den Seniorsankie findet man
vorwiegend im Ausland mit Daueraufenthaltsberechtigung. Er kann
seinen Lebensunterhalt manchmal noch ueber die weibliche Szenengemeinde
bestreiten oder beansprucht staatliche Hilfe.
Am Ende der Sankie-Laufbahn steht so gut wie immer eine Rueckkehr
in die Dominikanische Republik.
Sankies entstammen so gut wie immer der Unterschicht, die durch
niedrige Bildung, geringes Einkommen, schlechte Wohnverhaeltnisse
und eine hohe Kinderzahl gekennzeichnet ist.
Das sog. "EIMER-Syndrom" (Eigentlich Ist Meiner Eher Reich) hat schon
so manche Gringa arg getaeuscht, zumal die "Berufskleidung" nicht auf
sozialen Status oder gar Wohlhabenheit schliessen laesst ("Blenderkostuem").
Dominkaner anderer Schichten
meiden den Kontakt zu Sankies und behandeln sie herablassend. Ein
Sankie wuerde weder die einheimischen Frauen seiner Schicht und
schon gar nicht Frauen der oberen Schichten (von denen er kaum
beachtet wird) je so behandeln (duerfen), wie er es bei Urlauberfrauen tut.
Sankies sind im gewissen Sinn oft Wanderarbeiter, d.h. sie ziehen
an die Staetten des Tourismus. Haeufiger Arbeitsplatzwechsel ist
ueblich und wird auch mitunter durch Beschwerden veranlasst.
Die formale Bildung des Sankies ist niedrig. Viele koennen
kaum schreiben und lesen. Der Zugang zu anderen Taetigkeiten bleibt
ihnen somit meist versperrt. Waehrend das Opferspektrum von der
negerlaeufigen Jungarbeiterin mit Sonderschulabschluss bis zur
urlaubsenthemmten Akademikerin im klimakterischen Ehefrust reicht,
ist eine formale Bildung bei den Sankies meist durch Lebensschlaeue
und Gewitztheit ersetzt. Der Umgang mit Fremden macht sie mitunter
zu kenntnisreichen und charmanten Gespraechspartnern. Sprachkenntnisse
werden "on the job" erlernt und ggf. bei Einladungen ins Ausland
vertieft. Der aktive Wortschatz verschafft meist aufschlussreiche
Einblicke in das soziokulturelle Umfeld vorangegangener Beziehungen.
Ein krasser Bildungsunterschied der "Verliebten" wird gerne aus der
Schau der Gringa verschleiert ("Meiner studiert ....hat einen
Computer ...spricht sogar deutsch....usw.) oder wohlwollend uebersehen
("Er hat so ein schuechternes Lachen... einen treuen Blick ... hat
mich immer nur vielsagend (!) angeschaut").
Eine fluessige
Fremdsprache (evtl. mit Dialektfaerbung) deutet immer auf eine
laengere Vorbeziehung hin, deren naehere Kenntnis aeusserst
aufschlussreich und augenoeffnend sein kann.
Angepasst an die Finanzkraft der Opfer werden mehr oder weniger
grosse Geldbetraege "entliehen". Der Finanzbedarf einer Sankie-Familie
kann durchaus durch eine mehrkoepfige "Melkkuhherde" gedeckt werden.
Das Organisationstalent des Sankies besteht hierbei darin, die "Kuehe"
getrennt zu halten und die Existenz anderer jeweils geheim zu halten oder zu verharmlosen,
neue Bittgruende zu erfinden und Besuche zu terminieren.
Sankies
wissen, dass eine Melkphase meist nach zwei Jahren "trocken faellt"
und muessen einen stetigen Geldfluss durch die "Nachzucht" von Opfern
sicherstellen.
Hier wird ein voruebergehender, bezahlter Besuch im Ausland
angestrebt.
Der Sankie taeuscht hierzu Wissbegier an fremder Kultur
und Sprache vor, die jedoch vor Ort rasch versiegt. Hauptziel ist,
sich es ein paar Monate auf Kosten anderer gut gehen zu lassen.
Man kann annehmen, dass pro zehn Sankifizierungen etwa zwei in eine
Visumsandienung muenden. Die Wahl wird sodann hauptsaechlich nach
dem Wunschland getroffen, eine gut zahlende Gringa ist erst in
zweiter Linie ausschlaggebend, gutes Aussehen ist nachrangig.
Faustregel:
Auch eine uebergewichtige, haessliche Nordamerikanerin
(USA, CAN) sticht eine nette, huebsche Mittelstandseuropaeerin ohne
Muehe aus.
Niemand wird einem kinderfeindlichen Sankie begegnen, alle moegen
Kinder und insbesondere die Umstaende ihrer Zeugung. Folgerichtig
setzt er so viele in die Welt, wie es sich halt ergibt. Alles weitere
ist ihm ziemlich wurscht, getreu nach dem Motto:
Wer mit dem
Schwaengern beschaeftigt ist, kann sich nicht auch noch um die
Schwangeren kuemmern.
Die Gringa sieht im alsbald geaeusserten
Kinderwunsch (oft in den ersten Stunden nach der Begegnung) eine
aufrichtige Sehnsucht nach familiaerem Glueck, der Sankie folgt
jedoch eher seinem Eroberungs- und Begattungstrieb.
Im Regelfall
macht sich der Kindsvater ohnehin aus dem Staub bevor die
kostentraechtige Geburt und die laestige Brutpflege ihm irgendwelche
Pflichten abverlangen koennten.
Hier liegt eine mittelfristige Strategie zugrunde, die von der
gesamten Sankie-Familie stets mitgetragen wird. Auch einheimische
Novias oder Ehefrauen geben ihr Einverstaendnis fuer den lukrativen
Auslandseinsatz, bei dem die heimische Brut i.d.R. gut bedacht wird.
Die angeheirateten Gringa-Ehefrauen wundern sich dann oft ueber das
wenige Geld, das der Gatte fuer eheliche Belange einbringt. Angestrebt
wird grundsaetzlich eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung mit
anschliessender Trennung von der Visumsbeschafferin.
Der Visumszweck
bringt erstaunliche schauspielerische und langwaehrende Bemuehungen
des Sankies an den Tag. Eine jahrelange Liebeskasperei und "Warmhalten"
der Beziehung wird unter dem Anreiz einer erfolgreichen Heirat ins
"gemachte Nest" mit Hingabe, Geduld und ueberzeugender Glaubhaftigkeit
gespielt.
Die Anpassungsbereitschaft des Sankies an die fremde
Umgebung ist maessig, die Zeit der Ehe wird "ausgesessen" und
kritikresistent hingenommen.
Nicht selten stehen so uebertoelpelte
Frauen nach laengerer Zeit des "Zusammenseins" tief verletzt, unglaeubig,
fassungslos und nervenschwach vor dem Nichts und einem wenig Anteil nehmenden
Visumsinhaber, der sich nach der Enthuellung seines Coups stets
gelassen und oftmals frech erweist.
Es hat sich in Sankiekreisen
herumgesprochen, dass waehrend der Ehe erworbene Versorgungsansprueche
(Unterhalt, "Rentenpunkte") ein kleines Ruhegeld bzw. ein Zubrot fuer einen
karibischen Ruhestand sein koennen.
Im Scheidungsverfahren erweisen sich die Ex-Schatzis stets als sehr gerissene
und ausschliesslich finanzorientierte Gegner.
Vermutlich stammt die Idee aus der dominikanischen Tradition, einer
abservierten Frau mit Kindern ein kleines Grundstueck mit Haeuschen
zu verschaffen: Der Sankie plant auch hier immer schon fuer die
Zeit nach der Gringabeziehung.
Zwar wird ein Grundstueckskauf mit
Hausbau dem Gringa-Opfer als sinnvolle Investition in die gemeinsame
Zukunft eingeredet, aber sobald das Projekt ausreichend gediehen
ist, will man die Bauherrin los werden. Letztere faellt mitunter
aus allen Wolken, wie rasch sich bisher unbekannte Familienmitglieder
als Hausbewohner einfinden und wie schnell sodann ihr Schatzi einer
gemeinsamen Zukunft entflieht.
Neuere Berichte lassen vermuten, dass dieser bisher seltene Typ auf
dem Vormarsch ist.
Juengere Sankies machen sich an erkennbar
wohlsituierte Paare heran und mimen den "braven Sohn", der es wert
waere, dass man ihn foerdert, unterstuetzt oder gar adoptiert.
Der
Vorteil dieser Masche liegt auf der Hand: Ohne einen laestigen
Konflikt rivalisierender Liebes-Opfer befuerchten zu muessen, kann
die Adoptionsschiene quasi im Nebenerwerb betrieben werden.
Bei den bisherigen Betrachtungen wurde meist davon ausgegangen,
dass die Frauen unverheiratet in die Haende der Sankies fallen bzw.
sich hineinfallen lassen. Die einhergehenden, hohen Erwartungen der ueberwiegend
jungen Frauen an eine sich entwickelnde, feste Partnerschaft ist
den Sankies aber eher laestig und verleiden ihnen den gewohnten,
unbekuemmerten Spass.
Deshalb spezialisieren sich viele auf eine
weniger stressige - aber dennoch recht eintraegliche - Einkommensquelle:
die verheiratete Gringa.
Diese, meist ueber 36, sucht die Abwechslung vom Ehealltag,
den exotischen Kitzel. Dem Sankie kommt die meist wirtschaftlich
gesicherte Situation dieser Opfergruppe sehr entgegen: In einem
vorklimakterischen Wahn sind die Frauen oft bereit, alles fuer eine
"letzte grosse Liebe" zu opfern - auch, und bevorzugt, auf Kosten
des unwissenden Ehegatten.
Solche Liebschaften werden haeufig durch
wissende Personen vermittelt, weil die Ehefrauen im Hotel-Wettlauf
mit den juengeren Urlauberinnen um die Gunst der Sankies schnell
zurueckfallen. Zwar gibt es mitunter sehr peinliche Faelle, wenn
ueberreife, fuellige Frauen in knapper Badebekleidung und mit
Rastazoepfchen durch die Hotelanlage taenzeln und so die Animateure
anlocken wollen. Die meisten besinnen sich aber rasch und nehmen eine
Vermittlung zum Glueck dankbar an. Dabei kommen i.d.R. aussertouristische
Kraefte zum Einsatz, die von der Einkommensquelle erfahren und deshalb
auch von weither anreisen oder sich schon als Stand-by-Kraefte
bereithalten; meist sind es Verwandte der vermittelnden und schon ausgelasteten Hotelarbeiter.
Die so bediente Frau meint, ihr werde ein seltener Nicht-Sankie beschert und
vergisst jegliche Zurueckhaltung. Haeufig folgen spontane Auswanderungsplaene
der Frauen, die mit dem erhofften Zugewinnsausgleich bei der
Scheidung vom gehoernten Gatten finanziert werden sollen.
Der Sankie arbeitet in einem guenstigen Umfeld. Im 14-taegigen Wechsel werden ihm wohlgesonnene und oft auch kopulationswillige Gespielinnen abgeladen. Dadurch wird er quasi zum "Duennbrettbohrer" oder auch "Schnellinsbettbohrer".
Durch die Konkurrenzsituation unter den angereisten Frauen kann die Romantisierungsphase knapp halten. Sankies wissen um die Urlaubspsyche der Angereisten und was diese hoeren und tun wollen.
Sankies haben ein erprobtes, faengiges Repertoire an Verhaltensweisen
(z.B. "Treuhundblick", unmotivierte Tanzeinlagen vor sich sonnenden
Gringas, demonstratives Kraulen am eigenen Genital, usw.) und
Standardsaetzen ("Tu eres mi vida", etc.), die oft aus dem
Bachata-Liedgut oder den Telenovelas wenig phantasiereich entliehen
werden.
Im privaten Gespraech amuesieren sich die Dienstleister immer sichtlich, wie
tollpatschig ihre Opfer auch auf sehr plumpes Romantikgesuelze und suessholzgeraspelte Standardsaetze hereinfallen.
Es ist nicht ungewoehnlich, dass innerhalb des 14-taegigen "Frischfleischzyklus" mehrere Heiratsantraege mit sofortigem Kinderwunsch geaeussert werden. Treuherzig und in vertrauenserweckender Weise legen Sankies ihre Vergangenheit (teilweise) der umworbenen Gringa dar. Letztlich auch deshalb, um zu versichern, dass man nunmehr in ihr die Frau seines Lebens gefunden habe und gluecksendlich ein Charakter- und Sinneswandel bevorsteht. Dies wird immer mit Spruechen begleitet sein, die eine einheimische Latina wissend schmunzeln lassen, aber einer Gringa imponieren und sie in aller Regel an Herz und Geldbeutel ruehren.
Altgediente oder erfolgsverwoehnte Sankies halten sich taktisch mit dem Auswanderungswunsch zurueck. Dies erhoeht zum einen die Glaubwuerdigkeit und zum anderen die evtl. Aussicht auf ein noch "gelobteres Landesangebot".
Die Torschlusspanik unter den Mauerbluemchen und Spaetzuendern am
Ende der Urlaubszeit fuehrt periodisch zu sehr stressigen
Arbeitsbedingungen.
Jungsankies scheiden hier regelmaessig aus;
dann kommen auch nachrangige Kraefte (Gaertner, Strandpfleger, usw.)
sowie hotelfremde Aushilfssankies zum Einsatz. In bestimmten Hotels
wird der Sankie angehalten, den Wuenschen der Gaeste sorglos und
weitestgehend nachzukommen. Hotelmanager wollen die Frauen in jeder
Hinsicht zufrieden wissen. Laengst haben die Hotelleitungen die
Korrelation zwischen einem nachtaktiven Animationsteam und der
Folgebuchungsrate weiblicher Gaeste erkannt. Der Ruf mancher Hotels
wird durch die Animationstruppe wesentlich mitbestimmt und spielt bei der
Hotelwahl der Urlauber eine wesentliche Rolle.
Gewisse Hotels
haben so bei gewissen Frauen grosse Beliebtheit und einen mehr als nur
zufriedenstellenden Ruf erlangt.
In letzter Zeit wird vermehrt von Sankies berichtet, die maennliche
und weibliche Gaeste gleichermassen bedienen. Hier wird der
zunehmende Einfluss der wohlbetuchten, amerikanischen "gay scene"
und die ausschliessliche Motivation der Sexworker nach Geldeinkommen
deutlich.
Ein doppeltgeschlechtliches Sexualverhalten der Sankies wird
von verliebten Gringas fast nie erkannt.
Sankies haben i.d.R. mehrere "Kuenstlernamen", was die Enttarnung
gelegentlich erschwert und allenfalls gewisse Rueckschluesse zulaesst
(Pedrito 69, Carlos Casanova, Papi Amor, etc.).
Die selbe Handynummer hat ein Sankie so
gut wie nie laenger als ein paar Monate.
Regelmaessige AIDS-Test
bei den Hotelangestellten werden nicht durchgefuehrt. Es handelt
sich dabei um Geruechte, die sowohl von den Sankies in
einkommensabsichernder Weise als auch
von den Touristinnen in selbstbeschwichtigender Weise kolportiert
werden.
Neben den lebensphilosophischen Ausredespruechen der
Prostitutionsurlauberinnen ("Wo halt die Liebe hinfaellt...") kommt
der sog. "Raffzahnsex" oder auch die "sexuelle Futterneideile" zum
Tragen.
Hierzu kommt es regelmaessig immer dann, wenn allzu viele
beischlafversessene Frauen auf ein zahlenmaessig unterlegenes
Hotelpersonal treffen. Da kann dann keine Zurueckhaltung oder
Schuechternheit mehr gelten und wenig waehlerisch wird auch ein
schweissfussbehafteter Gaertner (Gummistiefel!) umgarnt, Hauptsache
eine andere kriegt ihn nicht. Auch normalerweise hochnaesige
Akademikerinnen buhlen in dieser Konkurrenzsituation mit backfischjungen
Sonderschulabgaengerinnen um lendenstarke Koffertraeger oder
Poolpfleger.
Entgegen aller Landessitten werfen sich die weissen
Ankoemmlinge so schamlos an die "Hotelsklaven", dass deren Weltbild
auf alle Zeit verbogen bleibt und auch neue Hotelarbeiter bald dem
Gewerbe verfallen.
Gewisse Kreise leugnen das Sankie-Phaenomen gaenzlich und glauben dabei trotzig an Begegnungen in der "freien Wildbahn". Andere machen das beliebte Ausnahmevorkommnis geltend: "Aber meiner ist ganz anders!" Dieses sog. AMIGA-Syndrom wird mit Hilfe der hormonsteuernden Rosa Brille gegen alle Vernunft, augenoeffnende Tatsachen und Szenezickereien bis zum offensichtlichen Zusammenbruch der Luegenbeziehung verteidigt.
Der Schillersche Rat "Drum pruefe, wer sich ewig bindet ..." wird in der dominikanischen Wirklichkeit nicht befolgt. Das Verhaeltnis der Geschlechter ist relativ locker, die Paare leben vielfach ohne Trauschein zusammen, wobei auch die Kinder aus mehreren Seitenspruengen in den Aufzuchtverbund eingebracht werden. Dem Begattungswahn eines "Macho-Gockels" werden so kaum moralische Grenzen gesetzt; "en la calle" gezeugte Abkoemmlinge finden zuweilen stolze Erwaehnung.
Waehrend eine Dominikanerin alle Sankie-Maschen sofort durchschaut und nur allenfalls sehr tollpatschige Campesinas sich von den typischen Prahlhaensen (chopos) schwaengern lassen, fallen die urlaubenden Gringas scharenweise auf die plumpsten Liebesschwuere herein.
Durch die modernen Kommunikationsmittel hat sich eine lose und
schnell wechselnde Frauenszene gebildet, die den Animateuren in
mancher Hinsicht charakterlich nicht unaehnlich ist. Man koennte
salopp von einem "Club der boesen Maedchen" (die ueberall hinkommen
wollen) und andererseits von der "Interessensgemeinschaft der
Mistgockel im Liebesgewerbe" reden.
Erstgenannte tauschen sich
geschwaetzig aus, taeuschen schwesterliche Verbundenheit vor ("Ach,
ich weiss, wie Du Dich fuehlst ...."), zicken schnell und gern und
bekriegen sich mitunter ("Querverkehrskrieg"). Die gewerbetreibenden
Dunkelhaeutigen hingegen loben sich gegenseitig als serioes,
aufrichtig, keusch, religioes und schuechtern. Tatsaechlich
aber tauschen sie untereinander Erfahrungen, Tricks und auch mitunter
mal eine Gringa aus.
Diese Nachrichten aus der Hotelarbeiter-Fangemeinde, dass der
Liebespartner mehrere "Eisen im Feuer" hat (sprich: mehrere Kuehe melkt),
werden in den wenigsten Faellen fuer ernst genommen.
Jede Auserwaehlte waehnt sich als die einzige, echte, eigentliche, wahre Novia.
Verdichten sich dann die Hinweise zu einer erdrueckenden Gewissheit, werden
Mitbewerberinnen beschimpft und bekaempft ("Zickenkrieg"); der Umworbene
kann sich in dieser Phase gelegentlich noch durch schauspielerische Hoechstleistungen
und geschickte Intrigen als unschuldig darstellen.
Oft entwickeln sich verzweifelte Gunstwettbewerbe um den Mehrfachverlobten.
Die einseitig monetaere Interessenslage laesst hier betuchte Sextouristinnen das
Rennen machen, was bei schwaermerischen , aber geldknappen Bussimaeuschen
jedoch Urlaubsdepressionen oder hysterische Trotzreaktionen hervorruft.
Die Sankielegenden erschliessen sich den Beteiligten meist erst dann, wenn eine "Siegerin" durch Heirat
den Sankie vom Markt nimmt oder zumindest versucht wird, den "Zurueckgebliebenen"
durch eine Mischlingsgeburt weitere Ansprueche auf den Vergoetterten zu vermiesen.
Der Dienstleistungsliebhaber ist nicht waehlerisch. Immer wieder
sind Frauen entzueckt, wenn ausgerechnet ihnen heisse Liebesschwuere
der unerkannten Profis entgegengebracht werden. Der Zweck wird
selten durchschaut, Beine und Geldbeutel oft allzu bereitwillig
geoeffnet.
Es hat sich also eine Spielart der Urlaubsprostitution
etabliert, die einen gewissen Ruf erlangt hat und nachhaltig betrieben
und nachgefragt wird.
Alle Sankies haben heimatliche Braeute und fast immer auch Kinder. Diese muessen jedoch einer Einlassung mit einer Touristin nicht im Wege stehen, oftmals sind die Familienmitglieder in die Beschaffungsplaene eingeweiht und spielen hilfreiche Rollen bei Taeuschungsmanoevern (Gringabesuch bei der Familie des Schatzis="Melkkuhvorfuehrung").
Trotz der Wahllosigkeit bei der Opfersuche koennen typische Zielgruppen ausgemacht werden:
Hier steht die noch unreflektierte Gefuehlslage der Urlauberin im Vordergrund. Altersgruppe: 17 bis etwa 22. Von der niedrigziffrigen IQ-Inhaberin bis zur Jurastudentin werden die Opfer mit romantischer Einfuehlsamkeit becirct, der folgende Hormontaumel ist sehr faengig.
Typisch ist aber die wenig nachdenkliche Bueroangestellte aus dem Kleinstadtmilieu, die zuhause jeden Sonderschulabgaenger hochnaesig abblitzen lassen wuerde, aber in der Ferne gutgebauten Analphabeten begierig auf die Leimrute kriecht und eine Standard-Anmache wegen fehlender Sprach- und Landeskenntnisse als wahrhafte Traumprinzenschwuere missdeutet.
Innerhalb der Junggringa-Zielgruppe kann eine bedeutsame, relativ homogene Untergruppe ausgemacht werden:
Der "Animateur-Flittchen-Fan-und Jubel-Club" umfasst eine Gruppe
einseitig orientierter Nachwuchsanbeterinnen. Es sind junge und
sehr junge Maedchen, die noch in der Ausbildung sind und die "Schokos"
in Teenager- Schwaermerei anhimmeln. Vor Ort wird listig
und zickig um die "Schwarzschwaenzlinge" gebuhlt. In der Zeit zwischen
den Urlauben wird dann bang verfolgt, welche Animateure wo wirken oder
sich aber mit einem Visum unerreichbar davongemacht haben.
Hierzu
wird im Internet haeufig die sog. Heimkehrerinnenfrage in allen
moeglichen Foren gestellt ("Kennt jemand zufaellig...?"), um
"duftmarkierend" kundzutun, dass man in der Gunst eines bestimmten
Hotelkaspers ganz vorne liegt.
Diese Teenagerklientel wird von den
Animateuren wegen ihrer geringen Finanzkraft nachrangig bedient.
Die Maedchen nehmen unliebsame Erfahrungsberichte ("Querverkehrsmeldungen")
nicht ernst und sind absolut aufklaerungsresistent.
Die Nicknamen der Jungfans enden
signifikant haeufig mit einem "i"-Laut (Dany, Phiggie, usw.) oder "a", um
vermeintliche Naehe zum dominikanischen "Kulturkreis" anzukuendigen (Morenita,
Brujita, Gringa Chula, usw.).
Hier werden exotische Sehnsuechte und Phantasien bedient, die eine freizuegige Urlaubspsyche wahr werden lassen soll. Das sexuelle Spiel wird gerne entlohnt; Folgekontakte werden von den Frauen meist nicht angestrebt.
Altersgruppe: 28 bis ueber 50
Nicht immer sind sie einzelreisend, werden aber immer schnell in
ihren Absichten vom geschulten Profiblick ausgesondert. Der
Sankieprofi schert sich dann wenig um begleitende Ehemaenner und
weiss, wie wenig gefaehrlich sie ihm werden koennen.
Oft folgt
eine Urlaubsehekrise, die schon vor Ort karibischen Trost findet.
Diese Frauen sind weitgereist, mitunter gebildet und rassenerfahren.
Sex wird als normale Urlaubszugabe empfunden und so abgewickelt.
Materielle Forderungen werden gewohnheitsmaessig erwartet und locker
abgegolten. Weitergehende Kontakte zu den Dienstleistern sind
verpoent und sehr selten.
Die Gattung ist rar.
Zwar hat es zu allen Zeiten exotenanfaellige Bildungsemanzen gegeben,
aber die Damen unter ihnen haben ihre 'flings' genossen und vornehm geschwiegen.
Die mitteilungsbeduerftige Zeitgenossin draengt es freilich, sich in gewissen Foren zu outen.
Wortreich, eloquent und demonstrativ feinsinnig wird den nichtakademischen
Konkurrentinnen dargelegt, wie beziehungsgeschaedigte Maenner sie zur
Gespielin von AI-Bediensteten werden liessen und es somit immer wieder zu
Urlauben in dominikanischen Hotelbordellen kommen muesse.
Eben Urlaubslaeufigkeit, verpackt als akademische Libertinage.
Zwischen den jaehrlichen Lustfluegen ins Begattungsparadies hat Frau Dr. lediglich
das Beschaffungsproblem einen Zahltoelpel zu koedern, der einen laestigen
Einzelzimmerzuschlag verhindern hilft.
Vor Ort entledigt frau sich der blassen Subventionsdrohne und wendet sich eilig -
nach inszeniertem Urlaubszwist - den dunklen Dienstleistungsmohren zu.
Sehr reife Alleinreisende im klimakteriumsnahen Alter verbinden
sich mit Sankie-Buben, gerne auch mit den Lehrlingen in diesem
Gewerbe.
Das gemeinsame Auftreten wirkt zuweilen laecherlich
(Haendchenhalten) oder ordinaer (sehr gewagte Strandkleidung). Die
Beziehungen werden als vermeintlicher Jungbrunnen geschaetzt und
mit sentimentalen Brutpflegegaben entlohnt.
Eine Folgebeziehung
wird meist sehr einseitig betrieben.
Mit der interkulturellen Einwandererszene Europas vertraut, kommen die dort verkehrenden jungen Frauen schnell in einen wohlwollenden und unbefangenen Kontakt mit den Hotelarbeitern. Ihr soziales Interesse und die Neugierde am Alltag fremder Kulturen ("Huettenguckerei") ergibt oft eine persoenliche Naehe, die auch weniger gutaussehenden Sankies eine eintraegliche Bekanntschaft erschliessen koennen.
weiss um seine Misserfolge beim anderen Geschlecht.
Ein Urlaub wird folgerichtig haeufig in einer "Jetzt-Oder-Nie"-
Einstellung angetreten. Ein Sankie hat hier leichtes Spiel; auch
einer Standardanmache wird begierig gelauscht.
Der unvermutete Liebeserfolg laesst die Frustgewohnte in einen
emotional-hormonellen Taumel verfallen, der den Urlaub fortan dominiert.
Meist sind herzerweichende Abschiedsszenen am Abreisetag vorprogrammiert;
Hotelbusse muessen nicht selten warten bis eine voellig verheulte
Gringa einen umklammerten Hotelarbeiter freigibt.
Hier zeigen sich die bemerkenswerten psychotherapeutischen Nebenwirkungen
der Sankiezunft:
Mit Gelassenheit und aufopferndem Streicheleinsatz wird
einem hysterischen Zusammenbruch vorgebeugt, die Frau im besten Glauben
an die wahre Liebe entlassen.
Einfuehlsam wird das Handy erst nach der Verabschiedung wieder eingeschaltet,
das Geschaeft laeuft dadurch nicht weg.
Mauerbluemchen werden immer instinktsicher von den Sankies erkannt; sie
haben allerdings bei ihren Wetten und Tauschaktionen vor Ort einen sehr
geringen Wert.
Der monetaere Marktwert der Mauerbluemchen wird ueberdurchschnittlich eingestuft.
Sie tun und opfern regelmaessig wesentlich mehr als andere Urlauberinnen,
um das seltene Glueck zu hegen und zu halten.
Diese Kategorie bildet sich haeufig schon nach dem ersten Urlaub
ein, in der Karibik eine neue Heimat, eine Zukunft und viele
einheimische Freunde fuers Leben gefunden zu haben. Ein Verbleiben
in Europa wird als muehsam, stressbeladen und wenig sinnvoll
empfunden. Folgerichtig traegt frau sich mit Plaenen, mit einem
dominikanischen Traummann in der "seelenverwandten" neuen "Heimat"
zu leben.
Dies kommt dem Geschaeftssinn des rasch gefundenen
Partners sehr entgegen:
Die Gringa wird zur zukunftssichernden
Investition ueberredet (Grundstueck, Hausbau, Ladengeschaeft, usw.),
die jedoch stets auf das ausschliessliche Eigeninteresse des
ideenreichen Liebhabers und seiner Familie zielen.
Das
Dritte-Welt-Abenteuer und die Finanzkraft gehen in der Regel nach
etwa eineinhalb Jahren zur Neige. In einigen Faellen wird danach
ein noch gemeinsamer Versuch in Europa nachgeschaltet, dieser endet
dann endgueltig hochwahrscheinlich und durchschnittlich nach weiteren
zwei Jahren.
Die entsprungenden Kinder werden im Nachgang nur sehr
selten vom Erzeuger alimentiert, da die heimische Brutpflege immer
vorrangig ist. Unterhaltsansprueche koennen fast nie durchgesetzt werden.
Die Trennung wird vom europaeischen Partner immer
traumatisierend erlebt.
Wiederholungsfaelle kommen nur bei sehr stark ausgepraegter
Fixierung auf exotische Partner vor ("Negerlaeufigkeit").
Szenenkennern ist bekannt, dass auch homo- und bisexuelle Urlauber die
Dienste der Hotelarbeiter nachfragen.
Die Branche hat sich laengst
darauf eingestellt, wenngleich dies oft bestritten wird. Die
Einnahmen aus jenen Beziehungen sind sehr eintraeglich, folgerichtig
steigt der Anteil der hoteleigenen Sexarbeiter, die auch bisexuelle
Dienste anbieten (vgl. bugarron/maricon).
Obwohl das Risiko
einer HIV-Durchseuchung dadurch erheblich gestiegen ist, wird die
Gefahr verkannt oder verniedlicht. Das Geruecht, dass Hotelarbeiter
einer regelmaessigen Untersuchung unterzogen wuerden, laesst sich
nicht glaubhaft verifizieren und dient der Beschwichtigung der Klientel und zur
Absicherung der Sankiegeschaefte.
Bei aller Verwerflichkeit der "Liebeskasperei" muss aber auch gesagt werden, dass die Balzsprueche der Verliebungsprofis zuweilen auch auf recht guenstige Lebens- und Liebeseinstellungen der Umworbenen treffen. Mit anderen und weniger schmeichelnden Worten: Es treffen sich schon die Richtigen...
Ein paar Beispiele:
"Wo halt die Liebe hinfaellt..."
Soll heissen, dass man sich ziemlich gedankenlos einer Urlaubsverknalltheit hingibt;
hormonverquirlt wird sie als wahre Liebe empfunden.
Das "Hinfallen" wird als schicksalbedingtes
Vorkommnis begruesst, so dass offenbar jegliche Vernunft in angenehmer Weise ausser acht gelassen werden kann.
"Schliesslich kann man sich nicht aussuchen, in wem man sich verliebt."
Soll heissen, dass man sehenden Auges durchaus mal unbekuemmert ins Schlamassel treten kann.
Die eigene Verantwortung wird auch hier an eine "hoehere Gewalt" abgetreten.
"Wenn ich es nicht tue, werde ich mein ganzes Leben zweifeln muessen, ob ich nicht DIE grosse Liebe versaeumt habe."
Also nimmt man lieber in Kauf, unter Umstaenden ein Leben lang die eigene Dummheit bereuen zu muessen.
"Lebe Deinen Traum!"
Meistens geaeussert von alptraumunerfahrenen Draufgaenger(n)/innen.
"No risk, no fun."
Der Spruch soll offenbar suggerieren, dass der Umkehrschluss ("Much risk, much fun.") ebenso gilt und somit auch groesste Dummheiten rechtfertigt.
Waehrend beim Russischen Roulette dies die letzten Worte sein koennen, hat man bei einer spruchkonsequenten HIV-Ansteckung noch Zeit ueber weniger dumme Sprueche zu sinnieren.
"Eine Garantie gibt's eh nie."
Der Spruch beinhaltet schon die Selbsttroestung, mit der - nach vernuenftiger Einschaetzung - das ohnehin vermutete, sichere Fiasko weggegrinst werden soll.
Fuer mich ist dieser Aphorismus der "Urlaubsprostituiertenspruch" schlechthin.
Damit laesst sich naemlich nicht nur der Ehemann gut betruegen, sondern auch die schlechteste Partnerwahl begruenden.
Als Sankifizierung bezeichnet man gemeinhin die finanziell einseitig
belastende Verbindung einer Gringa mit einem geschaeftstuechtigen
Dominkaner, der ihr Liebe vorgaukelt.
Wenn man die folgende
Erklaerung akzeptiert, ohne den Definitionsbegriff allzu moralisch
wertend zu verstehen, wird man dem Phaenomen ebenfalls gerecht:
"Jedweder Geschlechtsverkehr eines Mannes mit einer Frau, bei dem
die Vernunft des Mannes auf irgendeinen Vorteil, direkt oder indirekt
materieller Natur bedacht ist, ist maennliche Prostitution."
Die
Auffaelligkeit und Konzentration in den Resorts laesst es zu, von
"halb-oeffentlicher Prostitution" zu reden. Dass diese Erkenntnis
stets von beiden Betroffenen weit von sich gewiesen wird, ist
verstaendlich, aendert jedoch nichts am Sachverhalt. Letztlich ist
es eben gerade dieser, der eine laengerwaehrende Beziehung in fast
allen Faellen unwahrscheinlich macht.
Wie schon gesagt, kann und muss dieser Zeitaufwand knapp gehalten werden. Im
Normalfall setzt der 14-taegige "Frischfleisch-Liefer-Rhythmus"
einen knappen Zeitrahmen. Der Sankie schaetzt den jeweiligen,
abschlusssicheren Aufwand geschickt und rationell ein.
So gehen
die Dienstleister bei Jungopfern (bis etwa 26 Jahre) sozialintegrativ-tropisch-romantisch
vor. Bei seitenspringenden Ehefrauen einfuehlsam-pragmatisch und
bei postklimakterischen Muttertypen kasperhaft bis ordinaer. ("Na
Mami, wie waer's mit ein bisschen F....?")
Die tropische Umgebung
macht ein kostentraechtiges Werben ueberfluessig. Palmen, Sternenhimmel
und ein naechtlicher Strandspaziergang (mit der auf AI-Kosten
teilabgefuellten Gringa) sind die Requisiten des karibischen
Matratzenkasperls; richtig dosiert kommen sie sogar bei Akademikerinnen
oder Frauen des Sternzeichens Loewe gut an.
Den abrupten Liebesentzug nach dem Abflug versucht die Gringa mit
Anrufen, Faxschreiben, SMS's und Emails zu kompensieren. Haeufig
loesen fehlende Telefonnummern und auch unsichere Namen Hilferufe
im www aus. Erstmalig werden Sprachhuerden und oft auch der
Analphabetismus des Sankies als hinderlich erkannt.
Im Internet
ergeben sich unverhofft mitunter Begegnungen mit Konkurrentinnen,
zuweilen auch Streit um die Gunst eines mehrfach belegten Sankies.
Auch koennen manche ihre
Sehnsucht nicht fuer sich behalten und berichten sodann in moeglichst
vielen Foren von ihren "einmaligen" und unuebertrefflichen
Liebeserlebnissen ("Plaerrhuhn-Syndrom"). Werden hierzu Fotos ins
Netz gestellt, ist es nicht selten, dass sich Frauen melden, die
meinen, ebenfalls Ansprueche auf den Sankie haben zu duerfen
("Zickenkriege").
In den Foren tauschen die Opfer der
Sankies u.a. Tipps zur Visumsbeschaffung aus, ggf. auch bewaehrte
Taeuschungsmanoever bei den beteiligten Behoerden ("Formularphase").
In dieser Phase muss auch hingenommen werden, dass der Sankie ein
anderes Ausreiseland (bevorzugt USA, Kanada) anstrebt oder sein Interesse
an einer Ausreise ploetzlich gaenzlich erlahmt, und folglich der
Kontakt schwaechelt. Dieser kann im Einzelfall durch launeerhaltende Geld- und
Geschenkzuwendungen an den Sankie oder einen beziehungsrettenden
Eilbesuch voruebergehend ueberbrueckt oder wiederbelebt werden.
Sankies haben ein Repertoire an mehr oder weniger glaubhaften
Geldbedarfgeschichten, die Gringas herzerweicht zu Geldueberweisungen
veranlasst ("Western-Union-Phase").
Gaengige Bittgruende sind:
- Handy- und Telefonkartenkaeufe;
- Krankheitsfaelle oder lebensrettende Operationen in der Familie;
- Arztkosten nach Unfaellen;
- Kautionszahlungen fuer Entlassung aus dem Gefaengnis;
- Ausloesung von verpfaendeten Sachen;
- Fahrgeld fuer Heimfahrten, Schulgeldnoete;
- Beschaffung von Dokumenten und hierfuer noetige 'Beschleunigungsgebuehren';
- usw., usf.
Sonderfaelle: Investitionssankifizierung (Hausbau fuer die gemeinsame Zukunft, Geschaeftsgruendung, Landkauf, usw.)
Der Lebensstandard eines Sankies wird wesentlich mitbestimmt durch:
- Anzahl der erfolreichen Sankifizierungen;
- Vermoegen und Geizgrad der Opfer;
- Dauer der Beziehung zum Opfer;
- Verweildauer und Geschick im Gewerbe.
Anmerkung:
Die Romantisierungsphase und die Zeitspanne der "kommunikativen
Fernbeziehungsphase" gelten auch als sog. "Anfuetterungsphase".
Die Besuchsphase ist der Zeitraum, in dem gegenseitigen Besuche
stattfinden.
Beschoenigend und falschlicherweise wird dies von den
Frauen immer als Zeit des "Zusammenseins" (= Opferjargon; z.B.:"Ich
bin mit ihm schon 2 Jahre zusammen...") bezeichnet, obwohl bei
nuechterner Betrachtung, die tatsaechlich gemeinsam verbrachte Zeit
in der Summe oft nur wenige Stunden ausmacht.
Die Besuche sind
i.d.R. die Urlaube der Gringa in der Naehe ihres Schatzis. Wenn
es Zeit, Entfernung und Geldbeutel der Besucherin zulassen, wird
sie auch der Familie ihres "Novios" gezeigt ("Melkkuhvorfuehrung").
Die Herzlichkeit der Mutter (z.B.abkuessende Umarmungen) beeindruckt
jede Gringa nachhaltig. Die Bekanntmachung mit den weiteren
Familienmitgliedern weist gelegentlich gewisse Ungenauigkeiten
("Schwester", "Neffen", usw.) auf, die jedoch geschickt ueberspielt
werden und auf eine Absprache hindeuten.
Eine Angabe zur Kinderzahl
ist fast immer falsch.
Eine etwaige, sittenwidrige Uebernachtung
der Gringa im Haus des Novios ueberzeugt das ganze Barrio vom bedenklichen Leumund
der Besucherin, und laesst zukuenftige Skrupel bei der finanziellen
Ausbeutung erleichtert zuruecktreten.
In dieser Phase offenbaren
taktisch unkluge Sankies oft schon interessante Wesenszuege des
Machoseins:
- Abschirmung der Gringa vor anderen Maennern (z.B.
Ausgehverbote);
- Verhaltensvorschriften fuer den seltener werdenden
Fall des gemeinsamen Ausgangs;
- Kleiderordnung und Benimmregeln
nach Machoart;
- laessiger Umgang mit anderer Leute Geld;
- alleinige
Freizeitgestaltung und Fremdgehen als gewohntes Tun;
- Streit- und Trunksucht.
Nicht selten kommt es hierbei bei emanzipatorischer Maulerei erstmalig
zu unerwuenschten Koerperkontakten:
Der Schatzi haut hin.
Grund:
Liebe.
Basta!
(Hier werden erstaunliche Parallelen zum Verhalten
islamischer Maenner erkennbar, deren Macho-Kultur in wesentlichen
Aspekten unbewusst geteilt wird.)
Fuer Gegenbesuche sind neben dem Besuchervisum auch Flugtickets und
Aufenthaltskosten zu finanzieren, diese Kosten werden nur sehr
selten beiderseitig getragen.
Kostenfreies Reisen in ferne Laender
ist fuer den erfolgreichen Sankie eine wohlverdiente
Selbstverstaendlichkeit, ein Dank gilt folglich als unangebracht.
Zweifellos stellt ein Aufenthalt des Sankies in einem Land hoeherer
Zivilisationsstufe zunaechst einen hochwillkommenen Hoehepunkt in
der Liebesbeziehung einer exotikversessenen Europaeerin dar.
Jetzt
kann die karibische Urlaubsbeute auch mit Stolz der Familie (oft
weniger begeistert), dem Freundeskreis (augenscheinlich begeistert)
und auch der breiten Oeffentlichkeit (haendchenhaltend in der
Fussgaengerzone) mild provozierend gezeigt werden.
Manche negroide
Besucher entwickeln zwar bescheidene haushaltliche Faehigkeiten,
viele geniessen aber sichtlich den Versorgungsstatus ("AI-Kuehlschrank")
und die FB-Bequemlichkeit (hier: FB = Fernbedienung fuer TV- und
HiFi-Geraete); eine tagsueber arbeitende Verlobte wird ohne Murren
gnaedig in Kauf genommen.
Der Abschied wird unterschiedlich erlebt.
Einer sich graemenden
Gringa steht fast immer ein innerlich gelangweilter Heimkehrer
gegenueber. Die Freude, bald die wirklich geliebte Frau, Nebenfrau
("chula"), Novias und die Kinder wiederzusehen, koennen Freudentraenen
hervorrufen, die erleichtert als traurige Abschiedstraenen schauspielerisch
abgeheult werden koennen.
Ernuechterung kann zu verschiedenen Zeitpunkten einsetzen.
Erkannter
"Querverkehr" von Mitkonkurrentinnen veranlasst zuweilen zum Rueckzug,
in Einzelfaellen wird jedoch auch bei eindeutiger Beweislage trotzig
an der Sankie-Verbindung festgehalten. Es sind auch Faelle bekannt,
in denen eine schon terminierte Hochzeit kurzfristig entfallen
musste, da die Beweislage allzu ernuechternd ausfiel.
Kulturelle
Unterschiedlichkeit, Verstaendigungsprobleme, handgreifliches und allzu
karibisches Problemloesungsverhalten, simple Arbeitsscheu und
schwindendes Geldvermoegen verleiden mancher Gringa alsbald den
"Macho-Mohren". Auch erweist sich so mancher Schatzi anpassungsresistent
und wenig haeuslich. Die Gringa vermisst den Nestbauwillen des
Partners und wird auf die blosse Versorgerin seiner Grundbeduerfnisse
reduziert.
Fortgesetztes Gockeltum und unbekuemmerte intime Beziehungen
bei Heimatbesuchen koennen langfristig auch einer toleranten
Gringapsyche arg zusetzen.
Die Ernuechterungsphase wird stets durch
groteske neue Liebesschwuere, Aenderungsbeteuerungen und Versprechungen
des Sankies zu verdraengen versucht.
Symptomatisch ist, dass das Scheitern einer vormals perfekten Liebe
("Es hat klick gemacht, es passt einfach alles.") verschwiegen wird
und mit einem Rueckzug der Getaeuschten aus der binationalen Szene einhergeht.
Scham, Wut, Hass, Rachegelueste, Frustration, finanzieller Verlust, sogar
ploetzlicher Rassismus und Uneinsichtigkeit verstellen die Erkenntnis
der eigenen Torheit.
Nur wenige haben die charakterliche Reife und Selbstsicherheit,
sich zum eigenen Fehler zu bekennen.
Trennungen verlaufen still bis dramatisch.
Haeufig fuehrt die
konsequent fortgefuehrte Promiskuitaet des Kariben zur seelischen
Dauerbelastung der Partnerin.
Eine gelegentlich aufkommende emotionale
Bindung zur Nachkommenschaft kann die uebliche Verantwortungslosigkeit
und voellige Unbekuemmertheit in der Aufzuchthilfe (gegenueber
europaeischen Erwartungen) nicht ersetzen.
Trennungsversuche der
Gringa werden gewohntermassen und kulturbedingt mit Einschuechterung, Drohungen und
haeuslicher Gewalt geahndet. Auch wenn die Gringa sich endgueltig
zurueckziehen will und kein finanzieller Vorteil mehr zu erwarten
ist, neigt der Sankie-Macho aus verletzter "Ehre" zu privaten
Rachefeldzuegen und Besitzanspruechen, bis hin zur Forderung nach sexueller Verfuegbarkeit nach Laune.
Dieses "Gockelhacken" wird oft listig geplant und erfolgt
oftmals aus heiterem Himmel nach einer vorgetaeuschten Versoehnung
oder in der Phase einer eingeraeumten allerletzten Chance.
Nicht
selten werden dabei gemeinsame Konten geraeumt, gemeinsamer Besitz
veruntreut oder zerstoert, bevor man endlich das Weite sucht.
Die
"Wunschkinder" verbleiben fast immer bei der zurueckgelassenen
Gringa.
Spielt sich die Trennung in der Heimat des "Mistgockels"
ab, bleibt dem Sankie-Opfer meist sowieso nur die Flucht aus dem
"Paradies" unter Zuruecklassung aller "Schatzi-Investitionen".
Der seelische Schaden wird virtuell gelegentlich in Heul- und
Jammerforen betrauert, kann aber dort kaum eine heilende Verarbeitung
erfahren.
Leider bleibt so das Weltbild ueber die karibischen Maenner
nachhaltig gestoert ("Nie wieder ein Domi...").
Der wirtschaftliche
Schaden - also der Nutzen des Sankies - ist naturgemaess aeusserst
unterschiedlich, kann aber in krassen Faellen eine Verarmung und gesellschaftliche Verelendung
des Opfers nach sich ziehen.
Der oekonomische Faktor des Sankiismus ist zwar volkswirtschaftlich
gesehen klein, hat sich aber in den letzten Jahren gut entwickelt.
Statistisch gesehen, wird die so erzeugte Wirtschaftskraft dem
informellen Sektor des Dienstleistungsbereiches zugeordnet.
Besonders aus entwicklungspolitischer Schau ist das Sankie-Wesen durchaus
eine gute Sache.
Zwar kommt es immer wieder nur zu einer individuellen
Bereicherung der Nutzniesser mit einhergehender Konsumerhoehung bei
Alkohol, Drogen, Spielsucht und Liebesabenteuern, aber das hierfuer verwendete
Geld geht ja nicht kaputt, sondern wechselt nur kreislaeufig den
Besitzer.
Doppelmoralisch geschoent und wohlwollend betrachtet, sind ohne
Zweifel die Geld- und Sachzuwendungen in die Sankie-Familie eine
karitative Tat. Wenngleich auch ungewollt und unwissentlich wird
oft das Umfeld eines Sankies gleich von mehreren Gringas ("Herde")
finanziell unterstuetzt.
Der Anteil der Sankifizierungszahlungen
("Western-Union-Abonnements") an den devisenbringenden "remesas"
wird statistisch nicht aufgezeigt, er duerfte aber unter 5 % liegen.
Nach all dem Dargelegten sei es erlaubt, der Themafrage
naeherzutreten:
Ist es sinnvoll, einen Sankie lediglich anzumieten?
Die Antwort kann nur fuer den Einzelfall nach Abklaerung der
folgenden Gegebenheiten gegeben werden:
Eigenkritisch muss bewertet werden, ob Figur, Gang, Bewegung,
Ausdruck und Gesamterscheinung im Vergleich zur dominikanischen
Frau guenstig ausfallen.
Hierbei ist zu beachten, dass ein
vermeintlicher Bewertungsgleichstand meist allzu subjektiv erreicht
wird und durch Sprachdefizite, Tanzmaengel und Problemlastigkeit
im Alltag eine zusaetzliche Abwertung erfaehrt. Mit anderen Worten:
Die Gringa ist in der Wahrnehmung des Dominikaners nur kurzfristig
(weil exotisch) sexuell interessant.
Dies kann ohne grosse Umstaende in Erfahrung gebracht werden.
Eine
direkte Befragung von Objekten der Begierde wird nie auf abweisendes
Unverstaendnis stossen und allenfalls nur kurze Verblueffung
hervorrufen, da die vorhandene Kaeuflichkeit erkannt und
geaeussert wurde. Nach meist humorvollem Geplaenkel wird man sich
auf einen Miethandel einlassen. Wichtig ist hierbei, auf konkreten
Betraegen, Zahlungsweise und einer Leistungsbeschreibung zu bestehen,
um ueblichem Aerger und Nachforderungen bei der Verabschiedung
vorzubeugen. Vorauszahlungen sind der Leistungserbringung nicht
foerderlich und unbedingt zu vermeiden.
Ein Vertragsverhaeltnis mit einem nebenberuflichen Liebeskuenstler
ist finanziell und zeitlich ueberschaubar, grosse und risikoreiche
Gefuehls- und Zukunftsinvestitionen koennen aus- oder eingegrenzt werden. Die
kurze Urlaubszeit wird bei forscher Vertragserfuellung gut genutzt,
etwaige Konkurrentinnen werden schon im Vorfeld auf andere Zeitfenster verwiesen.
Tipps
und Empfehlungen aus der Szene koennen gezielt zu bewaehrten Mietpartnern
fuehren, die im individuellen Anforderungsprofil nicht enttaeuschen.
Auch vollschlanke, bewegungsplumpe und eher haessliche Mietnehmerinnen
kommen sicher zum Zug, ein traumatisches Zurueckfallen beim Werben um die Gunst
der hochpigmentierten Dienstleister muss nicht befuerchtet werden.
Gemessen an den Gesamtausgaben fuer den Urlaub ist das erotische
Servicepaket durchaus erwaegenswert, so manche Urlaubserwartung
kann so dem unsicheren Zufall entzogen werden.
Die Nachteile liegen hauptsaechlich im Wissen um die Kuenstlichkeit
der Beziehung, was sich wiederum in einer gewissen Freudlosigkeit
und hormoneller Unaufgeregtheit zeigen mag. Diese Widrigkeit ist - objektiv betrachtet -
jedoch ohne ernsthaften Belang, weil auch eine unvermutete und
unerkannte Sankifizierung eine unechte und unaufrichtige Liebeskasperei
darstellt.
Alkohol kann hilfreich eingesetzt werden, um allzu
nuechterne Bedenken zu verscheuchen, so dass sich eine Pseudoromantik
einstellen kann, die in grotesker Weise sogar einer "echten" Sankiebeziehung
aehnelt.
Geizgeilen Mieterinnen verdirbt allerdings der geforderte
Liebeslohn zuweilen die romantische Spontaneitaet; sie koennen Trost
in der Gewissheit finden, dass ein selbstbestimmtes Vertragsverhaeltnis
auf alle Faelle billiger kommt als eine Liebelei "? la Sankie".
Solange es Urlauber in die Karibik zieht, wird es weiterhin den
Sankiismus geben.
Der anhaltende Trend, auch Herrenunterwaesche
zu bewerben, indem man gut gebaute Schwarze in sie steckt und
ablichtet, bereitet dem Phaenomen weiterhin den Weg. Dem Unterbewusstsein
wird so der Wunsch suggeriert, ein "Schwarzschwaenzling" gehoere
zum modernen Haushalt einer noch alleinstehenden Frau bzw. sollte im Urlaubsverlauf
unbedingt genossen werden oder eben letztendlich
einen drohnenhaften Ehegatten ersetzen.
In Zeiten, in denen fast taeglich Dominikaner bei der Flucht aus
dem "Paradies" in waghalsigen Bootspassagen ums Leben kommen, wird
die Alternative, trockenen Fusses und bezahlt von einem Liebesopfer,
bequem in einen besseren Lebensstandard zu fliegen, immer beliebter.
Es waere geradezu unmenschlich, den Sankies dies veruebeln oder gar
nicht goennen zu wollen.
In Abwaegung aller Fakten kann man nicht umhin, dem Sankiismus
eine volkswirtschaftlich positive Bilanz fuer die Dominikanische
Republik auszustellen.
Die Vorteile fuer viele Arme wiegen den Schaden
je betrogener Gringa bei weitem auf, ja er ist meines Erachtens
sogar vernachlaessigbar und aus entwicklungspolitischer Sicht
wuenschenswert oder zumindest wenig tragisch.
Europaeisches Moraldenken muss in der Gesamtbewertung zuruecktreten. Wenn wir uns
vergegenwaertigen, dass das Sankietum mit seinen Ausuferungen nicht
entstehen haette koennen, ohne dass eine anhaltende starke Nachfrage
dies foerdert und aufrechterhaelt, so kann man nicht umhin, den
dominikanischen Profiteuren Verstaendnis und Nachsicht entgegenzubringen.
Ihr Dienstleistungsangebot ist Teil des AI-Tourismus (alles inklusive
>> Animateur inklusive) geworden.
Der Klientel darf zugemutet werden,
sich ueber die Verhaeltnisse am Urlaubsort wenigstens hinreichend
zu informieren. Die Gringa begibt sich also eigenveranwortlich in
eine von ihr angestrebte oder zugelassene und angenehm erlebte Beziehung. Obwohl ihr
der Eintritt in einen nicht kostenfreien Dienstleistungsbereich
zuweilen nicht sofort ersichtlich ist, sind freilich die landesueblichen
Regeln und Auswirkungen hinzunehmen.
Eine "Schuldfrage" kann nicht
gestellt werden; eventuelle nachteilige Folgen der Urlaubsliebekasperei
sind haeufig nicht nur voraussehbar sondern auch einschlaegig
bekannt. Sogar in einfachen Reisefuehrern wird das Phaenomen warnend
erwaehnt und ernuechternde Erfahrungsberichte koennen in vielen
einschlaegigen Internetforen und Printmedien nachgelesen werden.
(siehe untenstehende Linksammlung)
In der dominikanischen Gesellschaft wird eine zwischenmenschliche Vorteilnahme am Gringo als wenig ehrenruehrig empfunden. Die erfolgreichen Akteure reden im kleinen Kreis ohne Skrupel ueber ihre "Verdienste", das unter Umstaenden miterzeugte Leid gereicht allenfalls zur Belustigung und Bestaetigung der eigenen Schlauheit.
Allerdings geht mit dem Sankiismus auch eine Rufschaedigung der
urlaubenden Nationen einher. Das Verhalten der Touristen praegt die
Meinung der Dominikaner einseitig und nachhaltig.
Die wahren
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhaeltnisse der Urlauber
bleiben den Sankies eigentlich verschlossen. Das lockere Tun einzelner wird als
Sittenbild eines ganzen Landes sowohl von den Urlaubern als auch
den Hotelarbeitern missverstanden. Bei laengeren Aufenthalten kommt
es - hueben wie drueben - fast immer zu enttaeuschenden Einsichten,
Kulturschock, Flucht, rassistischen Einstellungsaenderungen und/
oder innerlichem Rueckzug.
Das Ausgefuehrte legt nahe, dass das Mieten eines Sankies fuer eine Gringa eine
ueberlegenswerte Alternative zur etwaigen Vollsankifizierung darstellt und
einen ehrlicheren Umgang im sexorientierten
Urlaubsgeschehen ermoeglichen kann.
Zwar mag dies bedauerlicherweise insgesamt zu geringeren Einkommen
fuer die Sankiezunft fuehren, was aber als unabwendbare
szenische Entwicklung hinzunehmen ist.
Bei allem Gesagten soll beschwichtigend und troestend festgestellt werden, dass
freilich nicht alle erotischen Beziehungen in eine Sankifizierung muenden muessen.
Obgleich es verhaeltnismaessig wenige sind, freuen wir uns immer wieder, wenn wir von
gluecklichen und dauerhaften Freundschaften und Ehen erfahren.
Ueberdies meinen wir, dass gerade umfassend ueber das landestypische Liebes-Kasperl-Phaenomen informierte
Urlauber nicht entmutigt, verunsichert oder gar abgeschreckt sein muessen, ihr Herz
in der Dominikanischen Republik zu verlieren.
Viel Glueck und alles Gute!
Mittlerweile wird das Thema in vielen Veroeffentlichungen aufgegriffen oder beschrieben:
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